Siegelung

Die Siegelung ist eine provisorische und verkürzte Inventaraufnahme. Diese Massnahme soll die Erbmasse sichern und die Inventaraufnahme erleichtern. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Ehevertrag, ein Erbvertrag oder ein Testament vorliegt. Die Anwesenden sind verpflichtet, Auskunft über das Vermögen des Verstorbenen zu erteilen. Dazu gehören Angaben über die Wertschriften, Wertsachen, Lebens-, Renten- oder Unfallversicherungen und Grundeigentum. Im Siegelungsprotokoll wird zudem festgehalten, ob bereits zu Lebzeiten Vermögen als Erbvorempfänge oder Schenkungen ausgerichtet worden sind. Der Siegelungsbeamte stellt fest, wer gesetzlicher Erbe ist, ob Testamente, Ehe- oder Erbverträge vorliegen. Eine allfällige Siegelung der Wohnung oder Behältnissen sowie eine Verwahrung von Gegenständen ist zu prüfen und zu protokollieren.

Siegelungsprotokoll

Gestützt auf das Siegelungsprotokoll prüft der Regierungsstatthalter, ob durch einen bernischen Notar oder eine Notarin in öffentlicher Urkunde ein Inventar aufzunehmen ist. Diese Inventaraufnahme wird angeordnet, wenn der Erblasser im Kanton Bern steuerpflichtig war und sein Aktivvermögen über Fr. 100‘000.- liegt, wenn minderjährige Erben vorhanden sind oder ein Erbe unter Vormundschaft steht oder wenn ein Erbe es verlangt. Die Erben dürfen vom Siegelungsbeamten angefragt werden, ob sie im Fall einer Inventaranordnung einen bestimmten Notar beauftragen möchten.

Folgende Unterlagen sind für die Vermögensaufnahme bereit zu halten:

  • Testament (wenn vorhanden)
  • Ehe- und/oder Erbvertrag (wenn vorhanden)
  • Kontoauszüge der vorhandenen Konti (per Todestag)
  • Versicherungspolicen (Lebensversicherungen o.ä.)
  • Adressen der Erben (Vorname, Name, Adresse und Geburtsdatum)

Gemeindeverwaltung Spiez
Sonnenfelsstrasse 4
3700 Spiez

[email protected]